"Hier ist verdammt weit weg. Peer Gynt"
Mitwirkende
Sheba Wiafe Peer 1
Daniel Timm Peer 2
Michael Fröhlke Peer 3
Christina Weidemann Solveig 1 & Anitra
Sarah Larschow Solveig 2
Laura Flügel Solveig 3
Sybille Junghans Aase 1 & Araber
Linne Hempel Aase 2 & Ingrid
Paula Miles Aase 3
Alexander Sommer Aslak 1 & Kapitän
Mathis Philipps Aslak 2, Bootsmann &Magerer
Jannis Ruppelt Aslak 3, Amerikaner & Koch
Simon Haastert Mads Moen & Professor
Domenik Hemeli Trollkönig & Passagier
Vivian Koch Trolltochter & Sennerin
Magdalena Mischke Knopfgießer & Sennerin
Sarah Politis Regieassistenz & Souffleuse
Rolf Gorny & Jürgen Tomaschewski Gesamtleitung
Premiere 24. Februar 2012
Weitere Aufführungen 27. Februar, 5., 6., 20. und 22. März
Aufführungsdauer 2 Stunden (inkl. Pause)
Karten Olivia Buchhandlung; Sekretariat im LiG
Preis 4€ für Schüler; 6€ für Erwachsene
jeweils um 20.00 Uhr in unserem Forum!
Peer Gynt heißt das Stück des bedeutendsten norwegischen Dramatikers Henrik Ibsen (1828 – 1906), in dem es um die lebenslange Identitätssuche des naiv-impulsiven Egozentrikers Peer geht. Mindestens ebenso berühmt wie das Stück, das häufig als „Nordischer Faust“ bezeichnet wird, ist die von Edvard Grieg (1843 -1907) für die Uraufführung am 24.2.1876 (unsere Premiere findet also genau am 136. Jahrestag statt!) komponierte Bühnenmusik.
Dies ursprünglich in virtuosen Versen verfasste Stück ist von der Wuppertaler Theaterpädagogin, -regisseurin und -autorin Beate Rüter zur Jugendtheaterfassung mit dem Titel „Hier ist verdammt weit weg“ der Lebenswirklichkeit heutiger Jugendlicher angepasst worden.
Peer Gynt, eine uralte Geschichte, die immer wieder neu und aktuell ist: das Drama um die Suche nach dem eigenen Weg, nach Anerkennung und nach Liebe. Wer ist dieser Peer Gynt? Ein schräger Vogel und Träumer, in dessen Phantasie die vom alkoholabhängigen Vater heruntergewirtschaftete Behausung zum Palast wird und er selbst zum König und Kaiser. Immer tiefer verstrickt sich der Außenseiter in seine Scheinwelt, wird zum Lügner und Fallensteller, zum selbstverliebten Aufschneider und rücksichtslosen Egoisten. Er verlässt seine Mutter Aase und seine große Liebe Solveig, die auf ihn warten soll. Aus der Enge der Heimat flieht er „außen herum“ in eine Welt der Exzesse und Exotik. Mehr und mehr verschwimmen Wahrheit, Wunsch und Wahn. Peers Suche nach Anerkennung und Abenteuer führt ihn zu Trollen und Dämonen, in fremde Länder um die halbe Welt. Im Auf und Ab des Lebens und Überlebens besinnt er sich spät auf das, was er verlassen hat. Er entschließt sich zur Rückkehr und wird mit der Frage nach dem Kern seines Lebens konfrontiert, genauso wie mit der Tatsache, dass es für Einiges zu spät ist.
Die Flucht vor der Realität und das Leben in Parallelwelten durchziehen bis heute die Lebenswirklichkeit vieler. Unsere Inszenierung zeigt ein Spiel mit Rollen und Identitäten, die von Peer je nach Bedarf an- und abgelegt werden.
Diese Grundidee durchzieht die von uns gespielte Textfassung, in der alle Schauspielerinnen und Schauspieler in die unterschiedlichsten Rollen schlüpfen und vier zentrale Figuren (Peer, Solveig, Aase und Aslak) zu Beginn und am Ende durch Rollensplittung verdreifacht werden. Wir denken, dass durch unsere Inszenierung dieses „alten“ Theaterstoffes die Zuschauer merken werden, dass das Stück ganz viel mit jedem von uns zu tun hat.
Aase: „Oh, wir waren im Elend vereint.
Denn mein Mann, musst du wissen, ein Säufer war der,
Fuhr zu Streichen und Schnack im Kirchspiel umher,
Vertrat und zertrat unsern Wohlstand im Nu.
Und daheim saßen ich und Klein Peer indessen.
Wir wussten uns keinen Rat als Vergessen;
Denn aufzubegehren: ich taug nicht dazu.
Es ist schlimm, Aug´ in Auge mit dem Verhängnis;
Und so will eins denn gern den Gram von sich schmeißen
Und die schweren Gedanken von sich weisen.
Der braucht Schnaps, der Lügen wider die Bängnis;
Ach, ja! So brauchten die Fabeln wir
Von Prinzen und Trollen und manchem Getier.
Und Brautraub dazu. Doch sag mir, wer denkt,
Dass der Teufelsspuk sich in ihm festhängt?“